Als Tabakpflanzer in Sumatra

Als Tabakpflanzer in Sumatra

Carl Fürchtegott Grob kam 1830 zur Welt und wuchs in einer Zürcher Bäckersfamilie im Niederdorf auf. Als gelernter Kaufmann verliess er bereits in frühen Jahren das Elternhaus. 1869 reiste Grob gemeinsam mit seinem Bekannten Hermann Näher nach Sumatra. Die beiden hatten gehört, dass sich dort mit Plantagen viel Geld verdienen liess.

Wegen der immensen Verdienstmöglichkeiten herrschte auf Sumatra im 19. Jahrhundert eine aufgeheizte «Goldgräberstimmung». Neben Carl Fürchtegott Grob und Hermann Näher fanden sich viele weitere abenteuerlustige Unternehmer aus Europa in der Region ein. Nach anfänglichem Anbau von Muskatnüssen stiegen Grob und Näher bald auf das renditeträchtigere Tabakgeschäft um. Um 1875 beschäftigte «Näher und Grob» etwa 2500 Chinesen und 1800 Arbeiter aus Java und Indien auf Plantagen von insgesamt mehr als 25 000 Hektaren Fläche. Die einheimischen Bauern waren nicht bereit, sich den grossen Anstrengungen und Gefahren des Tabakanbaus auszusetzen. So mussten die Kolonialherren die fehlenden Arbeitskräfte aus China und Java holen, wo damals grosse Arbeitslosigkeit herrschte. Unzählige chinesische Tagelöhner und Wanderarbeiter, sogenannte «Kulis», zogen nach Sumatra, auf der Suche nach Arbeit. Die Arbeitsbedingungen und die Anstellungsverhältnisse auf den Plantagen waren miserabel, die Kulis rechtlich einer Sache gleichgesetzt. Tausende starben auf den Feldern infolge Erschöpfung und Krankheit.

Nach zehn Jahren Sumatra kehrte Carl Fürchtegott Grob 1879 in seine Heimat zurück. Er war ein schwerreicher Mann. Zwei Jahre später heiratete er im Alter von 51 Jahren die 17 Jahre jüngere Anna Dorothea Zundel, die Schwester seiner Schwägerin. Das Ehepaar hatte zwei Töchter. 1883 erwarb Grob von seinem Bruder Johann Heinrich ein 13 000 m² grosses Grundstück in der Gemeinde Riesbach, einem heutigen Zürcher Stadtquartier. Dort wollte er sein neues Zuhause errichten. Das Bauland versprach freien Blick auf die Stadt, den See und die Alpen. Lange konnte Grob sein Traumhaus in Zürich nicht mehr geniessen: Er starb 1893, 14 Jahre nach seiner Rückkehr.