Medienmitteilung

Mittwoch, 8. November 2017

Eröffnung der Ausstellung im Heimatschutzzentrum

«Luft Seil Bahn Glück»: Oldtimer und Newcomer

Das Heimatschutzzentrum eröffnet am 17. November den Reigen der Ausstellungs­trilogie «Luft Seil Bahn Glück» mit seiner interaktiven Ausstellung zum Schwer­punkt Oldtimer und Newcomer. Diese rückt das urschweizerische Kulturgut Luftseilbahn in den Fokus und geht der Frage nach, wie wir mit historischen Bahnen umgehen und wofür heute neue entstehen. Im Dezember gesellen sich Das Gelbe Haus Flims und im März 2018 das Nidwaldner Museum mit weiteren Themenschwerpunkten hinzu. Alle Ausstellungen laufen bis zum 28. Oktober 2018. Die Trilogie ist eine Koproduktion der drei Ausstellungshäuser.

 

Wer kennt es nicht, das wunderbare Gefühl in einer Luftseilbahn über die Landschaft zu schweben. Luftseilbahnen faszinieren, wecken Träume, Erinnerungen und Glücksge­fühle. Sie vereinen grosse Leistungen des Ingenieurwesens und unternehmerisches Streben nach Innovation. Luftseilbahnen sind ein schweizerisches Kulturgut par excellence.

Die Schweiz ist mit über 800 in Betrieb stehenden Luftseilbahnen ein ausgeprägtes Luftseilbahnland. Was viele nicht wissen: Sie ist voller schwebender Oldtimer. «Diese Zeitzeugen haben ein grosses touristisches Potenzial, denn Entschleunigung liegt im Trend», ist Karin Artho, Leiterin des Heimatschutzzentrums, überzeugt. «In der Ausstel­lung zeigen wir Beispiele, wie historische Bahnen eine Zukunft haben können, und blicken dabei auch über die Landesgrenzen.» Die historische Palfriesbahn bei Sargans wird seit 2016 von einer Genossenschaft betrieben und die Bayerische Predigtstuhlbahn wirbt stolz damit, dass sie die älteste Grosskabinenseilbahn der Welt ist.

Die Ausstellung geht zudem der Frage nach, wo und wofür heute neue Bahnen ent­stehen. Nach wie vor hängen Luftseilbahnbau und Pioniergeist eng zusammen, das Setzen neuer Massstäbe gehört dazu: länger, grösser, schneller, höher. Im alpinen Raum fallen vor allem leistungsfähige Verbindungsbahnen ins Auge und in urbanen Räumen erleben Luftseilbahnen als Verkehrsmittel eine Renaissance. Beispiele wie die Urden­bahn in Arosa/Lenzerheide und das Seilbahn-ÖV-Netz von La Paz (Bolivien) zeigen die Bandbreite.

Fünf begehbare Holzgondeln sowie originale Seilbahngondeln und -sessel prägen die Ausstellungsgestaltung. Zahlreiche Fotos und Filmausschnitte nehmen die Besucher­innen und Besucher mit ins Luftseilbahnglück. Gross und Klein können sich mit Luftseilbahn-Bausätzen selbst an eine Konstruktion wagen oder ihre ganz persönlichen Luftseilbahn-Tipps hinterlassen.

Unterstützung durch das Bundesamt für Kultur

Seilbahnen – und im Speziellen Luftseilbahnen – sind als Kulturgut noch immer verkannt. «Das Seilbahninventar des Bundes definiert zwar die kulturgeschichtlich wertvollsten Bahnen, dennoch verschwinden jedes Jahr wertvolle Anlagen» erläutert Oliver Martin, Leiter Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege des Bundesamtes für Kultur. «Es braucht einen öffentlichen Diskurs zum Thema. Daher unterstützt das Bundesamt für Kultur die Ausstellungstrilogie finanziell.»

Rahmenprogramm
Erwachsene, Familien und Schulklassen sind herzlich willkommen! Das vielfältige Rahmenprogramm lädt ein zu öffentlichen Führungen, Ausstellungsgesprächen sowie Kinder- und Familiennachmittagen. Am Bähnlitag ist vergnügliches Wandern und Bähnlifahren bei Emmetten NW angesagt. Dort stehen vier Kleinseilbahnen und eine Gondelbahn auf engstem Raum und bieten einen Tag der offenen Tür.

Einführungen in die Ausstellung: 26.11., 25.3., 16.9. um 13 Uhr
Ausstellungsgespräche mit einem Spezialgast: 17.1., 16.5., 11.7. um 18 Uhr
Familienatelier: 14.1. / Kinderatelier: 4.4.
Bähnlitag: 24.6.

Für weitere Fragen und Auskünfte:
Karin Artho, Leiterin Heimatschutzzentrum
info(at)heimatschutzzentrum.ch / 044 254 57 91/92

Impressum Ausstellung
Projektleitung, Ausstellungskonzept, Texte: Ariana Pradal, Ausstellungsmacherin und Kuratorin der Trilogie; Karin Artho, Leiterin Heimatschutzzentrum
Ausstellungsarchitektur und Grafik: gasser, derungs Innenarchitekturen
Finanzielle Unterstützung: Bundesamt für Kultur

 

Heimatschutzzentrum und Villa Patumbah
Das Heimatschutzzentrum wird vom Schweizer Heimatschutz www.heimatschutz.ch betrieben. Dieser mietet die Villa Patumbah von der Stiftung Patumbah und betreibt darin seit August 2013 im Erdgeschoss und im Gartengeschoss das Heimatschutzzentrum www.heimatschutzzentrum.ch. Mit seinen Ausstellungen und den vielfältigen Vermittlungsangeboten schärft das Zentrum den Blick für die gebaute Umwelt in all ihren Facetten: Baukultur, Kulturlandschaft, Lebensräume, Siedlungsentwicklung ….

 

Information zur Ausstellungstrilogie «Luft Seil Bahn Glück»
Die Ausstellungstrilogie wurde vom Heimatschutzzentrum, dem Gelben Haus Flims und dem Nidwaldner Museum Stans gemeinsam erarbeitet und zeigt an den drei Standorten jeweils unterschiedliche Aspekte der Luftseilbahn. Jede Ausstellung ist in sich abgeschlossen und zugleich Teil des gemeinsamen Parcours. Beim Besuch von zwei Ausstellungen ist der dritte Eintritt gratis. Sprachen: Deutsch und Englisch (mit Handout auf Französisch im Heimatschutzzentrum).

Heimatschutzzentrum Zürich: Oldtimer und Newcomer
17. November 2017 – 28. Oktober 2018
Zollikerstrasse 128, 8008 Zürich / www.heimatschutzzentrum.ch

Das Gelbe Haus Flims: Gondelträume und Aussichten
24. Dezember 2017 bis 8. April 2018 / 23. Juni 2018 bis 28. Oktober 2018
Via Nova 60, 7017 Flims Dorf / www.dasgelbehausflims.ch

Nidwaldner Museum, Salzmagazin: Kleinseilbahnen und Transportschiffchen
24. März 2018 – 28. Oktober 2018
Stansstaderstrasse 23, 6370 Stans / www.nidwaldner-museum.ch

 

 

Bild 1: Sesselbahn Zermatt-Sunnegga. Postkarte: Sammlung Berger. Das von der Firma Von Roll entwickelte System VR101 wurde in der Schweiz an rund 20 Sesselbahnen eingesetzt. Die Sessel schwebten seitwärts über der Landschaft, was einen beglückenden Ausblick garantierte. Die letzte Bahn dieses Systems fährt heute in Tschechien.

Bild 2: Palfriesbahn bei Mels SG. Foto: Schweizer Heimatschutz. Der Oldtimer fährt nach Jahrzehnten des Stillstands seit 2016 wieder. Die ehemalige Militärbahn wird heute von einer Genossenschaft betrieben. | Bild 3, Wetterhorn-Aufzug und Bild 4, Predigtstuhlbahn: Verfügbar für Download, s.u.

Bild 5: Bärchibahn bei Isenthal UR. Foto: Heidi Eberli. Für viele Familien und Alpbetriebe in der Innerschweiz sind Kleinseilbahnen der Lebensnerv. Die Fahrt mit dem so genannten Niederberger-Schiffchen von 1979 ist Teil des täglichen Schulwegs der Kinder vom Hof der Oberen Bärchi.

Bild 6: Les Diablerets – Isenau. Foto: Martin Arnold. Die roten Giovanola-Gondeln aus den 1970-er Jahren waren bis Ende April 2017 in Betrieb. Das Bundesamt für Verkehr hat die Konzession nicht mehr erneuert. Eine Ersatzbahn ist geplant.

Bild 7: Urdenbahn Arosa/Lenzerheide GR. Foto: Ferienregion Lenzerheide. Die Urdenbahn ist die schnellste Seilbahn der Schweiz. Die stützenlose Pendelbahn und verbindet seit 2014 zwei Skigebiete, ohne neue Skipisten zu erschliessen.

Bild 8: Mi Teleférico, La Paz Bolivien. Foto: Doppelmayr/Garaventa Gruppe. In Städten, in denen der öffentliche Verkehr über Jahrzehnte vernachlässigt wurde, bieten Luftseilbahnen Lösungen. La Paz besitzt mit fünf gebauten Luftseilbahnlinien das grösste städtische Seilbahnnetz. Sechs weitere sind in Planung.

Bild 9: Eingang in die Villa Patumbah mit Gondel der Kriensereggbahn (Pilatus). Foto: Christoph Oeschger

Bild 10: Blick in den Ausstellungsraum «Newcomer». Foto: Christoph Oeschger

Bild 11: Blick in den Ausstellungsraum «Oldtimer». Foto: Christoph Oeschger

Bild 12: Konstruieren nach Lust und Laune. Foto: Christoph Oeschger