Medienmitteilung

Mittwoch, 3. Juni 2015

Ein Theaterparcours zur kolonialen Schweiz: Sturm in Patumbah

Das Heimatschutzzentrum in der Villa Patumbah schärft den Blick für Baukultur. Sein neustes Projekt, eine Koproduktion mit dem Theaterkollektiv Mass & Fieber, zielt in ebendiese Richtung. Im Rahmen der Festspiele Zürich wird das Stück „Sturm in Patumbah – eine Geisterschau des Schweizer Kolonialismus in zwölf Räumen und einem Park“ zwölf Mal aufgeführt. Dabei erleben die Zuschauer die Villa Patumbah auf ganz neue Weise und setzen sich zugleich mit der kolonialen Vergangenheit der Schweiz auseinander, an der auch der Bauherr der Villa teilhatte. Ein einzigartiges Erlebnis ist garantiert! Die Premiere findet am 18. Juni statt.

Mitwirkende: Fabienne Hadorn, Patrick Frey, Philippe Graber, Sebastian Krähenbühl, Markus Schönholzer u.a. / Regie: Niklaus Helbling
Koproduktion: Heimatschutzzentrum und Mass&Fieber


Die Villa Patumbah steht im Zürcher Seefeld als Baudenkmal und Zeuge für eine bestimmte Zeit und Haltung, für Mut, individuelle Unternehmerlust und fragwürdige Gewinne. Sie erscheint in Ihrer Opulenz und Extravaganz wie ein gigantisches Bühnenbild. „Was liegt näher, als diesen Bauzeugen mit einem vielschichtigen, historisch nachfragenden Theaterspiel zu beleben?“, fragte sich das Heimatschutzzentrum und war sofort interessiert, als das Theaterkollektiv Mass & Fieber mit einem entsprechenden Vorschlag anklopfte.
Die Koproduktion war schnell beschlossen, und nach einjähriger Vorbereitung ist es nun soweit: Vertraute und fremdartige Figuren werden vom 18. Juni bis zum 5. Juli das Haus beleben, vom Keller bis unters Dach und ringsum im Park erfundene Geschichten aus einer realen Vergangenheit verhandeln. Die Zuschauer werden auf fünf verschiedenen Wegen durch Villa und Park geführt. Sie lernen eine koloniale Schweiz kennen, die es angeblich nie gegeben hat, und entdecken in den Geschichten einer Schweizer Wirtschaftsfamilie, angelehnt an Shakespeares „Der Sturm“, eine Heimat, die tatsächlich intensiven Anteil an den Kolonialgeschäften vergangener Jahrhunderte hatte. Die Besucher erwartet ein ereignisreicher, abenteuerlicher Parcours durch eine vergangene Welt bis ins Heute, an dessen Ende die Frage nach der Zukunft steht.
Das Heimatschutzzentrum in der Villa Patumbah wird vom Schweizer Heimatschutz betrieben. Dieser mietet die frisch renovierte Villa und bietet mit Ausstellungen, vielfältigem Vermittlungsaktivitäten und Veranstaltungen für Gross und Klein ein reichhaltiges Programm rund ums Thema Baukultur. Darunter auch die beliebte, regelmässig stattfindende Theatertour mit dem „ewigen Butler Johann“, bei welcher die Villa als Bühne ebenfalls ihren Auftritt hat.
www.heimatschutzzentrum.ch     www.massundfieber.ch
Für Rückfragen:
Karin Artho, Leiterin Heimatschutzzentrum: 044 254 57 91/92  karin.artho(at)heimatschutzzentrum.ch
Katharina Wiss, Produktionsleitung Mass&Fieber: 078 615 85 59 kwiss(at)gmx.ch

Das „Familienoberhaupt“ mit Tochter und Entourage in der Villa Patumbah Foto: Raphael Hadad, 2015

Die Villa Patumbah, erbaut 1883-1885 vom Sumatra-Heimkehrer Carl Fürchtegott Grob, beherbergt heute das öffentlich zugängliche Heimatschutzzentrum. Foto: Schweizer Heimatschutz www.heimatschutzzentrum.ch