© Raphael Hadad

Sturm in Patumbah

Theaterparcours zur kolonialen Schweiz: Das Heimatschutzzentrum in der Villa Patumbah schärft den Blick für Baukultur. Sein neustes Projekt, eine Koproduktion mit dem Theaterkollektiv Mass & Fieber, zielt in ebendiese Richtung. Im Rahmen der Festspiele Zürich wird das Stück „Sturm in Patumbah – eine Geisterschau des Schweizer Kolonialismus in zwölf Räumen und einem Park“ zwölf Mal aufgeführt. Dabei erleben die Zuschauer die Villa Patumbah auf ganz neue Weise und setzen sich zugleich mit der kolonialen Vergangenheit der Schweiz auseinander, an der auch der Bauherr der Villa teilhatte. Ein einzigartiges Erlebnis ist garantiert!

Die Villa Patumbah steht im Zürcher Seefeld als Baudenkmal und Zeuge für eine bestimmte Zeit und Haltung, für Mut, individuelle Unternehmerlust und fragwürdige Gewinne. Sie erscheint in Ihrer Opulenz und Extravaganz wie ein gigantisches Bühnenbild. „Was liegt näher, als diesen Bauzeugen mit einem vielschichtigen, historisch nachfragenden Theaterspiel zu beleben?“, fragte sich das Heimatschutzzentrum und war sofort interessiert, als das Theaterkollektiv Mass & Fieber mit einem entsprechenden Vorschlag anklopfte. Die Koproduktion war schnell beschlossen, und nach einjähriger Vorbereitung ist es nun soweit: Vertraute und fremdartige Figuren werden vom 18. Juni bis zum 5. Juli das Haus beleben, vom Keller bis unters Dach und ringsum im Park erfundene Geschichten aus einer realen Vergangenheit verhandeln.

Die Zuschauer werden auf fünf verschiedenen Wegen durch Villa und Park geführt. Sie lernen eine koloniale Schweiz kennen, die es angeblich nie gegeben hat, und entdecken in den Geschichten einer Schweizer Wirtschaftsfamilie, angelehnt an Shakespeares „Der Sturm“, eine Heimat, die tatsächlich intensiven Anteil an den Kolonialgeschäften vergangener Jahrhunderte hatte. Die Besucher erwartet ein ereignisreicher, abenteuerlicher Parcours durch eine vergangene Welt bis ins Heute, an dessen Ende die Frage nach der Zukunft steht. 

 

Sturm-in-Patumbah-Theaterproduktion
© Theaterkollektiv Mass & Fieber
Koproduktion

Heimatschutzzentrum, Mass&Fieber

Mitwirkende

Fabienne Hadorn, Patrick Frey, Philippe Graber, Sebastian Krähenbühl, Markus Schönholzer u.a. 

Regie

Niklaus Helbling